Auf Kneipentour durch Hünfeld: Kurzweiliger Foto-Vortrag im Konrad-Zuse-Museum

Gastbeitrag von Sabine Burkardt

Auf eine Reise in die Vergangenheit der Hünfelder Kneipenkultur nahm Horst Münkel ein zahlreiches Publikum im Konrad-Zuse-Museum mit.

Anhand historischer Fotos wurden dabei Erinnerungen an vergangene Zeiten geweckt, als es noch viel mehr Kneipen in Hünfeld gegeben hatte.

Und nicht nur das: Es wurde viel gelacht an diesem Abend, denn Horst Münkel hatte zu den einzelnen Stationen der Kneipentour manche Anekdote zu erzählen.

Startpunkt der Reise war die Imbisstube Schwab in der Fuldaer Straße, an deren Stelle heute die Filiale der Bäckerei Happ ihren Standort hat. Hier sollen öfters Fünfmark-Stücke über die Theke in den Ausschnitt der anwesenden Damen gerollt sein, so Münkel.

Einige Meter weiter in der Fuldaer Straße an der Ecke am Kornhaus hatte es sogar mal eine Riviera-Bar mit Musik und Tanz gegeben.

Auch der „Goldene Adler“ mit Landwirtschaft und eigener Metzgerei in der Fuldaer Straße an der Ecke Klingelstraße wurde mit mehreren Fotos gezeigt. Hier soll laut Münkel beim Wiegen der Fleischwaren auch ein kräftiger Daumendruck des Verkaufspersonals mit im Spiel gewesen sein.

Im Café Tödter am Kirschberg logierte im Jahr 1963/1964 sogar Drafi Deutscher. Der Schlager „Marmor, Stein und Eisen bricht“ habe hier seinen Ursprung, so Münkel, denn im Haus wurde ein Bilderrahmen entdeckt, in dem sich ein Foto des Sängers und Musiknoten mit dem Text „Buche, Ahorn, Eiche bricht, die Hünfelder Liebe aber nicht“ befanden.

Willi Lühn von der Gaststätte Schützenhof war sogar einmal Gast beim heiteren Beruferaten von Robert Lembke im Fernsehen, erfuhren die Zuhörer. Die typische Handbewegung war dabei das Greifen nach der Schnapsflasche unter der Theke, erzählte Horst Münkel.

Erinnerungen an das Café Hodes oder das Café Kiekopf wurden wach, an die Rhöndistel mit Mettbrötchen und Fettebroten vom „Schorsch“, das Rhöntor, das Hotel Engel mit Hünfelds erstem Telefonapparat oder an Horst Zuses Stammlokal, das „Queens Pub“.

Einigen aus dem Publikum fielen ebenfalls Geschichten und Anekdoten ein. Eine anwesende damalige Gastwirtin schilderte unter anderem das Pech mit der Sperrstunde im „Eckchen“ in der Hersfelder Straße: Weil die Gäste nicht heimgehen wollten, die Polizei aber schon vor der Türe stand, wurden die Trinkfreudigen kurzerhand im Keller mit den Bierfässern versteckt.

Als die späten Gäste die Gaststätte eine halbe Stunde später schließlich verlassen wollten, wartete die Polizei vor der Tür.

Den ganzen Abend über tauschten die Zuhörer Erinnerungen aus, erkannten alte Bekannte auf den Fotos und genossen einen unterhaltsamen Abend im Museum.